Stephan Grändorf

Putzen die Letzte ….

Ein merkwürdiges Jahr – aber die Herbstferien sind wie immer. Wir hatten den letzten grossen Wechsel in 2020, alle Wechsel am Samstag, viele Anreisen mit einem Schiff, das Wetter gemischt, so wie immer. Die Kinder, die Zeit haben müssen/dürfen auch noch mit ran.

Und dann, wenn alles erledigt ist …., dann einen kleinen Gang, dann ein Bier in der Strandgastro meines Vertrauens, dann nach Hause, … so wie immer. Gut, stimmt nicht ganz, gibt es ja erst seit diesem Jahr, ist aber so wie schon immer da gewesen …..

Prost

Die Schnecken in unserem Garten

 

Ist das jetzt wirklich typisch für die Insel – sicherlich nicht. Schnecken, die mit den Häusern, Nacktschnecken haben wir, glaube ich, nicht. Mir fallen die sonst gar nicht auf, manchmal trete ich auf eine drauf, sorry, passiert mir. Aber wir hatten jetzt ein Wicht als Gastkind hier, die hat jeden Abend Schnecken gesammelt und zur Fortpflanzung zusammengeklebt. An der Balje sind das doch einige, am Achtern Diek gibt es sie nicht – zu sandig, zu wenig Pflanzen, zu trocken?

Unsere Bollerwagen

Die Zeiten ändern sich, vieles verändert sich – die Insel, die Häuser, die Wohnungen, die Gäste, wir als Vermieter. Was überdauert sind einige Konstanten wie das Singen am Strand, die Strandgymnastik, die Pferdekutschen, das Schwimmbad …. und unsere Bollerwagen.

Aber die Zeit der Bollerwagen geht vorbei, die meisten Gäste, die so etwas brauchen, bringen inzwischen diese Teile zum klappen mit, echt praktisch. Die Qualität der am Markt zu kaufenden klassischen Bollerwagen ist, na ja, schlechter als schlecht, vorsichtig gesagt. Die Reifen sind ständig platt, die Mäntel hauchdünn, aber die Muscheln sind nicht weniger scharf als früher. Jede Woche Reifen zu flicken ist jetzt auch nicht mein Hobby. Das Holz ist Sperrholz und quillt, der Metallrahmen ist nach dem zweiten Sommer durchgerostet. Wir werden die kaputten Bollerwagen nicht mehr ersetzen, da bleibt dann nur noch – bei Max leihen, aber der ist ja auch so eine Konstante

Einmal im Jahr

Es muss schon sehr warm sein, fast schon schwül, dann sitzt man zufällig auf dem Balkon mit Blick auf den Deich, oder zumindest so, dass man den Deich im Blick hat, …. und dann geht es los.

Dann fallen sie auf, die Seeschwalben, nicht mehr in der Kolonie auf dem Heller sondern in der Luft, nicht nur viele, sondern gefühlt alle. Radau ohne Ende, der Himmel ist voll, Chaos in der Luft und in Bodennähe, Flugschau ohne Mindestabstand, die Vögel fliegen einem im wahrsten Sinn um die Ohren. Und weil sie so dicht fliegen kann man sogar sehen wie sie die Schnäbel öffnen und schliessen. Dann ahnt man, es ist Hochzeitsflug der Ameisen. Aus allen Völkern fliegen gleichzeitig die Ameisen zur Begattung, wie die den Termin kennen weiss ich nicht, aber für die Einen ist es Staatengründung und für die Anderen eine willkommene Ergänzung des Speiseplans.

Silbermöwen uns Stare machen es anders, bleiben am Boden. Silbermöwen laufen von Ost nach West den Deich ab, fliegen dann zurück, beginnen erneut und die Stare, tja, die machen was sie wollen.

Ein Gedicht

Ich habe zur Zeit keine Lust über Corona, oder die Parkplätze in Nessmersiel, oder die Weltwirtschaft, oder den Ex-Bürgermeister, oder den Skandal in der Fleischindustrie zu lamentieren, daher gibt es heute mal ein Gedicht. Was nicht heißt, das alle toll wäre, ne, ne…. Es, also das Gedicht, stand in einem unserer Gästebücher, …. hat mir gut gefallen.

 

Ich denke, ich setze mich heute Mittag mal hinten im Osten in die Dünen.

Heute mal ein Gastbeitrag

Heute ein wenig anders. Wer uns schon über längere Zeit begleitet, kennt die Geschichten über die Buchstaben in unseren Fluren. Gelandet ist, auf verschlungenen Wegen, eines unserer MOINs bei Niklas, einem langjährigen Freund von Michel, und der, ja der, hat den Artikel verfasst …

Das MOIN, das auf Reisen ging

Es war einmal ein MOIN, dass auf einer Norddeutschen Insel lebte. Die Umgebung war rau, aber schön. Es liebte die Seeluft und den Sand unter seinen … ääääh Füßen, ja genau. Es lernte viele nette Menschen kennen hörte den Geschichten zu, die die Menschen aus Ihrem Leben erzählten. Am liebsten mochte das MOIN die Geschichten, die die Menschen von der großen weiten Welt erzählten. Jedes Mal gab es etwas Neues zu hören.

Nachts malte sich das MOIN oft aus, wie es ein Entdecker war, der um die Welt segelte. So schwer konnte das ja nicht sein. Es hatte den Inselbewohnern schon oft beim Boot fahren zugeschaut.

Auf Reisen

Eines Tages packte das Moin das Reisefieber. Es nahm all seinen Mut zusammen und passte eine glückliche Gelegenheit ab. Es versteckte sich in einer Kiste, von der es wusste, dass sie mit der Fähre wegfahren sollte. Durch einen Spalt in der Kiste blickte es in den Horizont, während die Fähre durch die endlos scheinende, aber doch vertraute Nordsee tuckerte. Am Festland angekommen wurde das MOIN in seiner Kiste in eine seltsame Landfähre – ein Auto, wie das MOIN später lernte – gesteckt. Danach ging es mit dem Zug weiter und viele Stunden später und hunderte Kilometer weiter im Inland erblickte das MOIN das erste Mal einen Blick auf das malerische Elbufer von Dresden. Solche riesigen und prächtigen Gebäude hatte das MOIN noch nie gesehen. Das MOIN beschloss sich einmal das Leben in der Großstadt anzuschauen.

Die Tage flogen dahin. Das MOIN nahm unzählige neue Eindrücke war. Es genoss die Sonne und das Panorama am Elbstrand, streifte durch die historischen Stadteile und die Szeneviertel. Es probierte die kulinarische Spezialität des Ostens, das Sterni. War ganz okay, aber kam bei weitem nicht an ein Jever ran. Es lernte alle Arten von Menschen und Begrüßungen kennen. Die GRÜß GOTT´s, die SERVUSSE die STILLEN ZUNICKER (Ganz seltsame Zeitgenossen sag ich euch), die hippen WAS GEHT´s und die HEY´s und HI´s. Sogar einige HELLO´s, HOLA´s und BONJOUR´s aus fernen Ländern. Zuerst fanden einige Begrüßungen das MOIN ulkig vor allem gegen Mittag. Doch mit der Zeit wuchs das MOIN den anderen Begrüßungen ans Herz und wurde in den wilden Begrüßungsmix aufgenommen.

So lebte das MOIN ein aufregendes und wildes Leben in der großen Stadt. Doch je länger das MOIN im Großstadtdschungel umherstreifte, desto mehr vermisste es auch die Ruhe und Idylle seiner kleinen Nordseeinsel. Eines Tages beschloss das MOIN, dass es genug von der großen Stadt gesehen hatte und hüpfte kurzerhand in eine Kiste zurück auf die Insel.

 

Dort freute es sich auf die bekannten Gesichter, die Seeluft und ein kühles Jever.

Zuhause ist es eben doch am schönsten.

Was machen die denn jetzt?

Ja, was machen wir jetzt auf der Insel

Die klassische Winterfrage, die jetzt auch im Frühjahr gestellt wird.

Ist man hier, ist das gar nicht so schwer. In und um die Häuser gibt es ja immer diese kleinen „Müsste man mal“ Baustellen – da hilft jetzt nichts mehr, da muss man ran. Ist bei ihnen nicht so? Glück gehabt. Ansonsten, klar, an den Strand, spazieren gehen, Insulaner mit kleineren Kinder buddeln im Sand ….

…. und, wir spielen ganz viel, haben wir schon ewig nicht mehr gemacht.

Nutzen Sie die Zeit für was auch immer und bleiben sie gesund

Corona

Alles anders,

soviel Ruhe.

Ja, normal ist das jetzt nicht, für niemanden. 

Die Insel ist leer, so leer wie sonst nie, so wird es auf den anderen Inseln auch sein. Bis nach Ostern sind alle Buchungen storniert, was dann kommt – wir werden sehen.

Ich wundere mich nur, wie schnell Tiere auf die Stille reagieren und Orte besetzten. Der Seehund lag in alle Ruhe am Strand, robbte dann sogar auf mich zu und nachmittags zogen Rehe an der Terasse vorbei. Kein Foto, da rechnet niemand mit. Wahrscheinlich muss man sich entscheiden, Tiere oder Touristen.

Bleiben Sie alle gesund

Wir sind ja alle so nachhaltig ….

…. und so gut

Im Sommer ist das voll

Im Sommer ist das voll

Info

Info

Uns hat jahrelang geärgert, was an Lebensmitteln so im Müll landet. Nein, keine Diskussion über containern, nicht weltweit und in Kilogramm pro Kopf oder Prozenten ermittelt, sondern bei uns, in den Ferienwohnungen. Als Versuch haben wir dann ja in den Häusern diese Körbe aufgestellt – das funktioniert gut. Obst ist verwertbar, bei anderen Artikeln kann ich direkt sehen, was der deutsche Mittelstand so verzehrt – von Bio über Vegan, gluten- und laktosefrei bis hin zu gesunden und weniger gesunden Kinderprodukten. Morgens denke ich, kannste wohl mitnehmen und abends ist es weg – gut so.

Was mich aber immer wieder wundert – da packt die fünfköpfige Familie bei Abreise „eine“ Banane in den Korb. Haben da vier Familienmitlieder Bananenallergie und Eines ist satt? Denken die Gäste, die Anderen kennen das Obst nicht und möchten das auch mal probieren? Ich weiss es nicht.

Egal, wir probieren dann schon mal Dinge, die nie auf meiner Einkaufsliste stehen.

Weihnachtsanschreiben

Kommt die Post nicht an?

Das weiss ich natürlich nicht, klappt auf die Insel nicht immer, aber wie das auf dem Festland ist, kann ich natürlich nicht sagen. Um die armen Briefträger zu entlasten, haben wir und jedenfalls entschieden, die Weihnachtsbriefe einzustellen. Die Zeiten, in denen wir als Insulaner Informationen an Gäste weitergeben konnten gehören der Vergangenheit an. Unsere Gäste wissen in der Regel besser bescheit als wir, >baltrum online<, diversen Foren und facebook sei Dank –  zumindest was die Buschtrommeln angeht. Wirklich sensible News können wir auch nicht zum Besten geben, die Halbwertszeiten von Infos beträgt häufig nur Stunden – und wenn irgendwo ein Haus verkauft wurde, glaube ich das erst, wenn der Umzugscontainer vor besagter Tür steht. Erfahrungswerte