Stephan Grändorf

Ostern ´21

Wenn ich so ganz ehrlich bin, letztes Jahr hat mir Ostern im ersten Lockdown schon gut gefallen. Das war mal etwas ganz anderes, wir haben gedacht, so bekommen wir das nie wieder – wie Ferien zuhause.

Dieses Jahr ist das anders. Wir wissen, wir haben uns als Gesellschaft ziemlich blöd verhalten, bisher ziemlich viel Glück gehabt, schimpfen vor uns hin, haben verschiedene Impfstoffe, schimpfen immer noch vor uns hin und scharren mit den Füssen, wann es endlich weiter geht. By the way, es gibt auch Grund zu schimpfen.

Den Baum mit den Eiern, ich glaube, den kenne ich schon länger, ein mit grosser Sicherheit ausgewilderter Weihnachtsbaum – und an Weihnachten ist der geschmückt, Ostern sehe ich das zum ersten Mal. Wie es scheint, ein Baum für die hohen Feiertage …..

Uups, die Zeit gleitet so dahin

Es ist ganz komisch, die Zeit rinnt mir durch die Finger – es war doch grade erst Weihnachten – aber nee, ist doch schon was her.

Wir muddeln so vor uns hin auf der Insel, wann es wieder los geht, keine Ahnung, wir werden dann mal sehen. Nächste Woche kommen die Maler zu uns ins Haus, ein paar Fenster und eine neue Tür gibt es auch noch. Ach ja, der Versiegler kommt auch noch für die Bäder. Ansonsten erledige ich die kleineren Arbeiten, für die man keinen Handwerker mehr bekommt oder die Profis direkt sagen >dat kunnst du woll sümms maken<.

Und was grösserers anfangen geht ja nicht. es muss ja auch alles >feddich weer´n<.

Weihnachten

Wir wünschen allen unseren Gästen ein ruhiges, beschauliches und vor Allem  gesundes Fest und einen guten Rutsch

Sehr ruhig

 

Es war nicht nur ein merkwürdiges Jahr, der Winter 20/21 könnte auch ganz anders werden. Dieser Mini – lockdown ändert unser Leben auf der Insel nicht so sehr. Die Anzahl der Gäste ist um diese Jahreszeit immer überschaubar, was Weihnachten so bringt wissen wir alle noch nicht. Mit Gästen oder ohne, keine Ahnung – was sagt ein bayrischer Seilbahnbetreiber wenn die Ostfriesischen Inseln offen sind, die Abstandsregeln an den Liften aber nicht eingehalten werden können – was würde dann Herr Söder sagen ………

Schön ist, anders als im Frühjahr, dass bisher die Kinder auf die Insel kommen dürfen, zumindest immer ein Kind zur Zeit. Und da die (Kinder) ja auch viel home office und wenig Bewegung haben, tja, da muss am Wochenende schon was getan und geschafft werden. Das passiert auch. Ich merke schon sehr deutlich meine Knie und Knochen, aber wir sind alle sehr zufrieden.

Reinigen die Letzte ….

Ein merkwürdiges Jahr – aber die Herbstferien sind wie immer. Wir hatten den letzten grossen Wechsel in 2020, alle Wechsel am Samstag, viele Anreisen mit einem Schiff, das Wetter gemischt, so wie immer. Die Kinder, die Zeit haben müssen/dürfen auch noch mit ran.

Und dann, wenn alles erledigt ist …., dann einen kleinen Gang, dann ein Bier in der Strandgastro meines Vertrauens, dann nach Hause, … so wie immer. Gut, stimmt nicht ganz, gibt es ja erst seit diesem Jahr, ist aber so wie schon immer da gewesen …..

Prost

Die Schnecken in unserem Garten

 

Ist das jetzt wirklich typisch für die Insel – sicherlich nicht. Schnecken, die mit den Häusern, Nacktschnecken haben wir, glaube ich, nicht. Mir fallen die sonst gar nicht auf, manchmal trete ich auf eine drauf, sorry, passiert mir. Aber wir hatten jetzt ein Wicht als Gastkind hier, die hat jeden Abend Schnecken gesammelt und zur Fortpflanzung zusammengeklebt. An der Balje sind das doch einige, am Achtern Diek gibt es sie nicht – zu sandig, zu wenig Pflanzen, zu trocken?

Unsere Bollerwagen

Die Zeiten ändern sich, vieles verändert sich – die Insel, die Häuser, die Wohnungen, die Gäste, wir als Vermieter. Was überdauert sind einige Konstanten wie das Singen am Strand, die Strandgymnastik, die Pferdekutschen, das Schwimmbad …. und unsere Bollerwagen.

Aber die Zeit der Bollerwagen geht vorbei, die meisten Gäste, die so etwas brauchen, bringen inzwischen diese Teile zum klappen mit, echt praktisch. Die Qualität der am Markt zu kaufenden klassischen Bollerwagen ist, na ja, schlechter als schlecht, vorsichtig gesagt. Die Reifen sind ständig platt, die Mäntel hauchdünn, aber die Muscheln sind nicht weniger scharf als früher. Jede Woche Reifen zu flicken ist jetzt auch nicht mein Hobby. Das Holz ist Sperrholz und quillt, der Metallrahmen ist nach dem zweiten Sommer durchgerostet. Wir werden die kaputten Bollerwagen nicht mehr ersetzen, da bleibt dann nur noch – bei Max leihen, aber der ist ja auch so eine Konstante

Einmal im Jahr

Es muss schon sehr warm sein, fast schon schwül, dann sitzt man zufällig auf dem Balkon mit Blick auf den Deich, oder zumindest so, dass man den Deich im Blick hat, …. und dann geht es los.

Dann fallen sie auf, die Seeschwalben, nicht mehr in der Kolonie auf dem Heller sondern in der Luft, nicht nur viele, sondern gefühlt alle. Radau ohne Ende, der Himmel ist voll, Chaos in der Luft und in Bodennähe, Flugschau ohne Mindestabstand, die Vögel fliegen einem im wahrsten Sinn um die Ohren. Und weil sie so dicht fliegen kann man sogar sehen wie sie die Schnäbel öffnen und schliessen. Dann ahnt man, es ist Hochzeitsflug der Ameisen. Aus allen Völkern fliegen gleichzeitig die Ameisen zur Begattung, wie die den Termin kennen weiss ich nicht, aber für die Einen ist es Staatengründung und für die Anderen eine willkommene Ergänzung des Speiseplans.

Silbermöwen uns Stare machen es anders, bleiben am Boden. Silbermöwen laufen von Ost nach West den Deich ab, fliegen dann zurück, beginnen erneut und die Stare, tja, die machen was sie wollen.

Ein Gedicht

Ich habe zur Zeit keine Lust über Corona, oder die Parkplätze in Nessmersiel, oder die Weltwirtschaft, oder den Ex-Bürgermeister, oder den Skandal in der Fleischindustrie zu lamentieren, daher gibt es heute mal ein Gedicht. Was nicht heißt, das alle toll wäre, ne, ne…. Es, also das Gedicht, stand in einem unserer Gästebücher, …. hat mir gut gefallen.

 

Ich denke, ich setze mich heute Mittag mal hinten im Osten in die Dünen.

Heute mal ein Gastbeitrag

Heute ein wenig anders. Wer uns schon über längere Zeit begleitet, kennt die Geschichten über die Buchstaben in unseren Fluren. Gelandet ist, auf verschlungenen Wegen, eines unserer MOINs bei Niklas, einem langjährigen Freund von Michel, und der, ja der, hat den Artikel verfasst …

Das MOIN, das auf Reisen ging

Es war einmal ein MOIN, dass auf einer Norddeutschen Insel lebte. Die Umgebung war rau, aber schön. Es liebte die Seeluft und den Sand unter seinen … ääääh Füßen, ja genau. Es lernte viele nette Menschen kennen hörte den Geschichten zu, die die Menschen aus Ihrem Leben erzählten. Am liebsten mochte das MOIN die Geschichten, die die Menschen von der großen weiten Welt erzählten. Jedes Mal gab es etwas Neues zu hören.

Nachts malte sich das MOIN oft aus, wie es ein Entdecker war, der um die Welt segelte. So schwer konnte das ja nicht sein. Es hatte den Inselbewohnern schon oft beim Boot fahren zugeschaut.

Auf Reisen

Eines Tages packte das Moin das Reisefieber. Es nahm all seinen Mut zusammen und passte eine glückliche Gelegenheit ab. Es versteckte sich in einer Kiste, von der es wusste, dass sie mit der Fähre wegfahren sollte. Durch einen Spalt in der Kiste blickte es in den Horizont, während die Fähre durch die endlos scheinende, aber doch vertraute Nordsee tuckerte. Am Festland angekommen wurde das MOIN in seiner Kiste in eine seltsame Landfähre – ein Auto, wie das MOIN später lernte – gesteckt. Danach ging es mit dem Zug weiter und viele Stunden später und hunderte Kilometer weiter im Inland erblickte das MOIN das erste Mal einen Blick auf das malerische Elbufer von Dresden. Solche riesigen und prächtigen Gebäude hatte das MOIN noch nie gesehen. Das MOIN beschloss sich einmal das Leben in der Großstadt anzuschauen.

Die Tage flogen dahin. Das MOIN nahm unzählige neue Eindrücke war. Es genoss die Sonne und das Panorama am Elbstrand, streifte durch die historischen Stadteile und die Szeneviertel. Es probierte die kulinarische Spezialität des Ostens, das Sterni. War ganz okay, aber kam bei weitem nicht an ein Jever ran. Es lernte alle Arten von Menschen und Begrüßungen kennen. Die GRÜß GOTT´s, die SERVUSSE die STILLEN ZUNICKER (Ganz seltsame Zeitgenossen sag ich euch), die hippen WAS GEHT´s und die HEY´s und HI´s. Sogar einige HELLO´s, HOLA´s und BONJOUR´s aus fernen Ländern. Zuerst fanden einige Begrüßungen das MOIN ulkig vor allem gegen Mittag. Doch mit der Zeit wuchs das MOIN den anderen Begrüßungen ans Herz und wurde in den wilden Begrüßungsmix aufgenommen.

So lebte das MOIN ein aufregendes und wildes Leben in der großen Stadt. Doch je länger das MOIN im Großstadtdschungel umherstreifte, desto mehr vermisste es auch die Ruhe und Idylle seiner kleinen Nordseeinsel. Eines Tages beschloss das MOIN, dass es genug von der großen Stadt gesehen hatte und hüpfte kurzerhand in eine Kiste zurück auf die Insel.

 

Dort freute es sich auf die bekannten Gesichter, die Seeluft und ein kühles Jever.

Zuhause ist es eben doch am schönsten.